Felix Martin und Anke Fiedler in München – Open Air goes Indoor
Sonntag, den 07. August 2011 um 15:51 Uhr
Musical Nacht 2011 in München - Bild: Anja SchrottIm Rahmen der „Sommernächte im Innenhof des Künstlerhauses“ in München präsentierten Felix Martin und Anke Fiedler am 5. August 2011 ihr Programm „Musical Nacht“. Eigentlich war die Veranstaltung Open Air geplant gewesen, das Wetter machte aber leider einen Strich durch die Rechnung und so wurde die „Musical Nacht“ kurzerhand in den edlen Festsaal des Künstlerhauses verlegt. War das Wetter beim ersten Auftritt Martins in München in diesem Jahr – nämlich im Mai im Keller2 – fast zu schön gewesen, um den Abend im zweiten Untergeschoss des Hofbräukellers zu verbringen, so war es diesmal leider deutlich zu schlecht, um die Veranstaltung wie geplant unter freiem Himmel stattfinden zu lassen. Die beiden Protagonisten Felix Martin und Anke Fiedler ließen sich dadurch aber nicht entmutigen und arrangierten sich schnell mit der neuen Location.

Musical Nacht 2011 in München - Bild: Anja SchrottUm 20.45 Uhr startete Felix Martin die Show etwas verspätet aber eindrucksvoll mit „Willkommen, Bienvenue, Welcome“ aus „Cabaret“. Es folgte „Maybe this time“ aus dem gleichen Musical, stimmgewaltig vorgetragen von Anke Fiedler. Nach „Mackie Messer“ (Martin) und „All that jazz“ (Fiedler) folgte der „Grease“-Block, der das Publikum zu begeistertem Mitklatschen animierte. Dann kam das erste gesangliche Highlight des Abends, nämlich das Duett „Sind die Sterne gegen uns“ aus „Aida“, das, obwohl weniger bekannt, den Zuschauern durch die hochemotionale Interpretation der beiden Darsteller Gänsehaut bescherte. Nach „Dir gehört mein Herz“ aus „Tarzan“, „Hinterm Horizont“ aus dem gleichnamigen Musical und einem Gute-Laune-„Mamma Mia“-Medley verabschiedete sich das Duo in die Pause.

Musical Nacht 2011 in München - Bild: Anja SchrottDer zweite Teil des Abends startete mit dem Musical „Tanz der Vampire“, der obligatorischen „Totalen Finsternis“ und dem absoluten Highlight der Show, der „Unstillbaren Gier“, die Martin überaus gefühlvoll und stimmgewaltig interpretierte, war der Graf von Krolock doch seine Paraderolle bei „Tanz der Vampire“ in Hamburg. Diese Leistung bescherte ihm dann auch minutenlangen Applaus. Sowohl Fiedler als auch Martin waren an diesem Abend mit einem Alter Ego unterwegs. Während Felix Martin, wie von den Fans schon sehnlich erwartet, seine bereits bekannte Rolle des „King of Rock’n’Roll“ Elvis Presley einnahm und dem Publikum ordentlich einheizte, stand Anke Fiedler plötzlich als Tina Turner auf der Bühne und konnte mit Titeln wie „Proud Mary“ und „Hot Stuff“ ihre rockige Stimme voll ausspielen und sorgte dafür, dass es die Zuschauer kaum noch auf den Sitzen hielt. Nach „Aquarius“ und „Let the sunshine in“ aus „Hair“ war es auch schon Zeit für die hochhackigen Schuhe und die Federboa und Felix Martin begeisterte das Publikum mit „Sweet Transvestite“ aus der „Rocky Horror Show“. Zum Schluss durfte man sich dann noch über das obligatorische Udo Jürgens-Medley und „Danke für die Lieder“ aus „Mamma Mia“ freuen, ehe die Zuschauer gutgelaunt und beschwingt in die verregnete Nacht entlassen wurden.

Musical Nacht 2011 in München - Bild: Anja SchrottWer Felix Martin kennt, der weiß, dass sich schüchterne Zuschauer besser nicht in die ersten Reihen des Publikums verirren sollten. Martin versteht es nämlich vorzüglich, das Publikum in die Show einzubinden und tritt immer wieder in Interaktion mit eben diesem. So behauptete er beispielsweise, eine Dame in der ersten Reihe wäre seine alte Liebe aus der Schulzeit – oder zumindest sähe sie ihr verdammt ähnlich. Dies quittierte er dann auch mit einem ihr gewidmeten „Sandy“ aus „Grease“. Auch seine Partnerin Anke Fiedler spielte immer wieder mit dem Publikum und nahm sogar teilweise auf dem Schoß eines Herren in den vorderen Reihen Platz. Sowohl in der ersten, als auch in der zweiten Hälfte startete Martin im hinteren Teil des Saals und bahnte sich seinen Weg durch das Publikum und ließ auch immer wieder während des Abends Zuschauer bei diversen Stückn mitsingen. Stimmlich konnte Anke Fiedler völlig überzeugen, wobei ihr die rockigen, temporeichen Titel sogar noch besser lagen als die Balladen.

Musical Nacht 2011 in München - Bild: Anja SchrottLeider gab es mit dem Ton etwas Probleme, was aber sicherlich auf die kurzfristige Änderung der Location zurückzuführen war, da, wie Felix Martin am Anfang erklärte, nur zwei Stunden für die Vorbereitung möglich waren. Diese kleineren Technikprobleme taten dem unterhaltsamen Abend jedoch keinen Abbruch und auch die wenigen kleinen Texthänger fielen wahrscheinlich nur dem geschulten Ohr auf und wurden mit Professionalität behandelt.

Alles in allem bleibt zu sagen, dass sich eine Musical-Gala mit Felix Martin in jedem Fall lohnt. Die Zusammenstellung der Stücke ist abwechslungsreich und gut gelungen und das komödiantische Talent des Darstellers, sowie seine stimmliche Perfektion machen den Abend zu einem Erlebnis. Wer also die Möglichkeit hat, sollte sich definitiv eine Karte für eine der noch folgenden Solo-Veranstaltungen besorgen. (dsc)
 

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