Musicals & More – Felix Martin rockt München
Sonntag, den 08. Mai 2011 um 17:37 Uhr
Musicals & More - Bild: StarsEventsSchönstes Sommerwetter und warme Temperaturen – da fiel es nicht gerade leicht, am Samstag Abend ins zweite Untergeschoß des Hofbräukellers hinab zu steigen und nicht im Biergarten nebenan Platz zu nehmen. Doch das „Opfer“ sollte mehr als belohnt werden! Felix Martin präsentierte am 7. Mai 2011 sein Soloprogramm „Musicals & More“ in München. In kleinem aber feinem Ambiente des Keller2 ging er vor vollbesetztem Publikum auf eine Reise durch seine Bühnenkarriere, streute immer wieder lustige Anekdoten ein und holte schließlich auch noch eine Gesangspartnerin (Karolin Blumenstengel) auf die Bühne. Dabei ließ er es sich auch nicht nehmen, immer wieder in Interaktion mit den Zuschauern zu treten, was das Publikum ungemein erheiterte.

Die Stücke und auch deren Abfolge war sehr gut gewählt. Neben Klassikern, die bei keinem Musical-Abend fehlen dürfen, streute Felix Martin auch immer wieder weniger oft gehörte Songs ein und sorgte so für einen individuellen und abwechslungsreichen Abend. Mit „Wer versteht was Liebe ist“ aus Andrew Lloyd Webbers „Aspects of Love“ eröffnete er den Abend bereits mit einem Highlight. Es folgte eine sehr spontane und sympathische Begrüßung und persönliche Worte des Künstlers, bevor er „Mackie Messer“ aus der Dreigroschenoper zum Besten gab. Bei „Maria“ aus der „West Side Story“ konnte Martin sein Können so richtig demonstrieren. Er interpretierte den Song absolut perfekt und unglaublich emotional und sorgte damit für Gänsehaut beim Publikum.

Es folgten Stücke aus „Les Misérables“, „Carousel“ und „Ich war noch niemals in New York“, bevor der obligatorische „Elisabeth“-Block auf dem Programm stand. Dieser hielt sich jedoch in Grenzen und bestand lediglich aus „Der letzte Tanz“ und „Wenn ich tanzen will“, Zweiteres eine sehr interessante Interpretation des Stückes, das ja eigentlich Elisabeth selbst singt. Auch mit „Gold von den Sternen“ aus „Mozart!“ wagte sich Felix Martin an einen Frauen-Titel, was ihm sehr gut gelang und dem Stück eine ganz neue Note verlieh. Den Abschluss des ersten Teils der Show bildete „Memories“ aus „Cats“, allerdings in der italienischen Version, welche vom Publikum begeistert aufgenommen wurde.

Nach der Pause startete Martin mit „Musik der Nacht“ aus „Phantom der Oper“ und ging dann direkt in den Elvis-Part über. Mit Elvis-Brille und amerikanischem Slang ging es von „Jailhouse Rock“ und „Love me tender“ über „Muss i denn“, „Hound Dog“ und „In the ghetto“ bis hin zu „Can’t help falling in love“, bei dem der Sänger sehr stark den Kontakt zu den Zuschauern suchte und diverse „Schweißtücher“ an begeisterte Damen aus dem Publikum verteilte. Danach war es an der Zeit, seine Gesangspartnerin vorzustellen, die Martin für einige Stücke auf der Bühne begleitete. Karolin Blumenstengel, angehende Musical-Darstellerin und aktuell noch Studentin an der Abraxas Musical Akademie, gab zuerst die Solo-Nummer „I need a hero“ aus „Footloose“ zum besten, die das Publikum mit totaler Begeisterung aufnahm, bevor sie mit Felix Martin in den bereits lange ersehnten „Tanz der Vampire“-Block einstieg. Bei „Totale Finsternis“ konnte sie stimmlich absolut überzeugen, Martins immense Bühnenpräsenz überstrahlte die Darstellerin allerdings ein wenig, auch wenn sich der Sänger sehr stark zurücknahm, um sie nicht in den Hintergrund zu drängen.

Mitunter das größte Highlight des Abends folgte auf dem Fuße, als Felix Martin die „Unstillbare Gier“ als zutiefst zerrissener und unglücklicher Graf von Krolock gab. Das Publikum zollte ihm die Leistung mit tosendem Applaus. Nun war der Abend auch schon fast am Ende und Martin bedankte sich beim Publikum mit einer allseits beliebten Zugabe – „Sweet Transvestite“ aus der „Rocky Horror Show“ sowie einem Udo Jürgens-Medley und „Danke für die Lieder“ („Mamma Mia“), ehe er die begeisterten Zuschauer in die laue Nacht entlies. 

Felix Martin lieferte – wie nicht anders zu erwarten - gesanglich eine absolut herausragende Leistung ab. Durch seine charmant-spontane Art und die netten Anekdoten und witzigen Einlagen wurde der Abend enorm aufgelockert und ließ die knapp drei Stunden wie im Flug vergehen. Musical-Unterhaltung vom Feinsten – da waren sich wohl alle Zuschauer einig.
(dsc)

1. Teil:
„Wer versteht was Liebe ist“ („Aspects of Love“)
„Mackie Messer“ („Dreigroschenoper“)
„Maria“ („West Side Story“)
„Somewhere” („West Side Story”)
„Dunkles Schweigen an den Tischen” („Les Misérables”)
„You’ll never walk alone” („Carousel”)
„Alles was gut tut” („Ich war noch niemals in New York”)
„Der letzte Tanz” („Elisabeth”)
„Wenn ich tanzen will” („Elisabeth”)
„Gold von den Sternen” („Mozart!”)
„Ricordi“ („Cats”)

2. Teil:
„Musik der Nacht“ („Phantom der Oper“)
„Jailhouse Rock“
„Love me tender“
„Muss i denn“
„Hound Dog“
„In the ghetto“
„Can’t help falling in love“
„Hero“/Karolin Blumenstengel („Footloose“)
„Einladung zum Ball“ („Tanz der Vampire“)
„Totale Finsternis“ („Tanz der Vampire“)
„Unstillbare Gier“ („Tanz der Vampire“)
„Die Rose“
„Sweet Transvestite“ („Rocky Horror Show“)
Udo Jürgens-Medley
„Danke für die Lieder“ („Mamma Mia“)
 

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