Musical Christmas - Weihnachtsstimmung im Deutschen Theater
Dienstag, den 14. Dezember 2010 um 00:00 Uhr
Musical Christmas - Logo: Deutsches Theater MĂĽnchenEinen Tag nach dem dritten Advent hielt Weihnachten auch im Deutschen Theater in MĂĽnchen Einzug, denn "Musical Christmas" war mit groĂźen Stimmen der Musicalbranche zu Gast.
Zu den Darstellern, die den Abend winterlich verzaubern sollten, zählten Caroline Vasicek ("Die Schöne und das Biest", "Grease", "Mozart"), Uwe Kröger ("Elisabeth", "Mozart", "Rebecca"), Rasmus Borkowski ("Romeo & Julia", "Mozart"), Carin Filipcic ("Mozart", "Rebecca"), Dennis Kozeluh ("Mozart", "Rebecca") und Wietske van Tongeren ("Elisabeth", "Rebecca", "Rudolf").


"Musical Christmas" nahm ursprünglich seinen Anfang bei einer Wiener Weihnachtsfeier. Mittlerweile ist die Veranstaltung in der beschaulichen Zeit kaum noch weg zu denken. Welcher Fan nicht die Möglichkeit hatte, das weihnachtliche Konzert in Wien selbst zu besuchen, konnte sich zumindest die CD der Show zulegen.
Diesen Winter durften sich nun auch deutsche Fans auf die Veranstaltung freuen und sich durch klassische und internationale Weihnachtslieder in besinnliche Stimmung versetzen lassen.

Leider begann der Abend etwas schleppend und trotz der beiden Weihnachtsbäume, die die Bühne säumten, wollte anfangs keine recht besinnliche Stimmung aufkommen. Das Bühnenbild erschien doch ein wenig karg bei voller Beleuchtung. So waren einige Würfel als Gestaltungselemente zu sehen, die je nach Würfelseite, passende Symbole zum jeweiligen Thema zeigten. Die „Sternenwand“ im Hintergrund kam anfangs auch nicht wirklich zur Geltung. Zu viel Leere, die zu Beginn auch nicht durch die Musik gefüllt werden konnte.

Die Darsteller selbst waren jedoch in Bestform, so konnte man ihnen das eben beschriebene Manko nicht wirklich anlasten. Filipcic und van Tongeren brillerten mit starken Stimmen, Kozeluh und Borkowski traten gewohnt solide und stimmsicher auf.
Auch Kröger konnte sich in weit besserer Form präsentieren als in „Absolut Uwe“. Zwar waren auch hier noch stimmliche Defizite zu hören, die Liedauswahl und gewählte Stimmlage waren jedoch schmeichelnder und ließen den Künstler eine weitaus bessere Figur machen als vor kurzem in eben genannter Show. Vasicek mimte ein niedliches, hübsches Christkind, das sich sehr wohl gegen den Weihnachtsmann behaupten konnte („Santa vs. Christkind“) und sang mit klarer, immer sicherer Stimme auch alle nachfolgenden Parts.

Tatsächlich gewann der Abend dann im zweiten Akt. Zwar hatte sich das Bühnenbild nicht merklich verändert, jedoch zahlte sich der Einsatz von Licht und ideenreicherer Choreographie direkt aus. Viel stimmungsvoller und lebendiger schien die Bühne auf einmal.

Auch die Liedauswahl im zweiten Akt sowie die Zwischensequenzen waren besser gewählt.
Schienen die Weihnachtselfen (Ensemble) im ersten Akt eher dumme Wichte zu sein, so ernteten Sie im zweiten Akt echte Lacher. Besonders schön hier Borkowskis Vorlesestunde im gemütlichen Ohrensessel. Er präsentierte mit passenden Stimmfarben das zweite Kapitel von Dickens Weihnachtsgeschichte, untermalt von Geräuschen, die zwei Elfen am Nebentisch mit allerlei Utensilien, wie Ketten, Glocken etc. machten. Nachdem diese sich jedoch nach einigen lustigen Einlagen aus dem Staub machten, musste Borkowski selbst neben der Lesung die Geräuschkulisse übernehmen, was zu lustigem Chaos führte.

Beschaulich wurde es schließlich im a capella dargebrachten „Es wird scho glei dumpa“ von Vasicek und Filipcic. Ein Highlight des Abends war zudem  „Cantique de Noel“ (vielen wohl besser bekannt als „Oh holy night“), gesungen in Französisch von van Tongeren und Filipcic, die optimal miteinander harmonierten. „Do you hear what I hear“ von Dennis Kozeluh und „Gabriella’s Sang“ aus dem Film „Wie im Himmel“ entführten den Zuschauer noch tiefer in die glitzernde Weihnachtszeit.

Interessant war unter anderem auch, dass die Weihnachtslieder nicht nur in Englisch und Deutsch vorgetragen wurden, was den Abend vielseitiger machte als die altbekannten Weihnachtskonzerte. Generell war der zweite Akt mitreißender, weihnachtlicher als der erste. Die Stimmgewalt der Darsteller im Chor mit dem Ensemble („War is over“) ist ebenfalls besonders hervor zu heben.
Schade, dass der Beginn etwas träge war, auch die zahlreich gesäten Gedichte waren nur Beiwerk, andernfalls wäre es eine wunderbare Show gewesen. So kann man sagen, es war ein gelungener Abend mit Stärken und Schwächen. In jedem Fall jedoch mit einem besinnlichen Ende, das das Publikum beschwingt und zufrieden nach Hause entließ. „Stille Nacht“ verabschiedete den Zuschauer schließlich versöhnt in die Schneeflocken-Nacht.(jg)


1. Akt:
OuvertĂĽre: First Noel / Wunschzettel
The Christmas Song
Driving home for Christmas
When Christmas comes to town (Polarexpress)
White Christmas
Santa vs. Christkind
Koppangen
Winter Wonderland
Who would imagine a king
Amerikanisches Weihnachtsmedley

2. Akt:
Polar Express
My grown up Christmas list
Es wird scho glei dumpa
Do you hear what I hear
Cantique Noel
It’s beginning to look a lot like Christmas
Gabriella’s Sang (Wie im Himmel)
War is over
Stille Nacht




 

Kooperationspartner

StageFit Bonn - Bild: Annette Kreutz

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