| Dauerausstellung mit Exponaten aus Max Reinhardts Großem Schauspielhaus in Berlin |
| Sonntag, den 07. November 2010 um 20:47 Uhr |
Heute, am 7. November vor 100 Jahren, trat Max Reinhardt erstmals für ein Gastspiel im Circus Schumann auf. 8 Jahre später kaufte er den Zirkus und baute ihn zum Großen Schauspielhaus um, woraus 1947 der alte Friedrichstadt-Palast wurde.Zeit alles Revue passieren zu lassen, dachten sich auch die Verantwortlichen im FriedrichstadtPalast und eröffneten nun die Ausstellung rund um die goldenen 20er Jahre und die Entstehung und Entwicklung des bunten Theaterviertels in Berlin. Unter den vielen Exponaten gibt es natürlich richtige Highlights: Teile der Bühnenmaschinerie, die im ersten Schauspielhaus eingebaut wurde, sind ebenso zu sehen, wie Teile des Kellergewölbes der ersten Berliner Markthalle auf dem später das Große Schauspielhaus errichtet wurde. Diese Gewölbeteile sind die einzigen verbliebenen Bauerzeugnisse des Großen Schauspielhauses. Dr. Berndt Schmidt, Intendant des Hauses: „Es ist traurig, dass von diesem großartigen Bau nur dieser Ziegelblock und ein paar verrostete Teile der Unterbühnenmaschinerie gerettet wurden. Und selbst das nur auf Initiative zweier meiner Mitarbeiter, darunter der Kurator dieser Ausstellung, Roland Welke. Aber dennoch: Es sind die letzten Zeugnisse dieses großen Hauses und ein paar Zentimeter über diesem verrosteten Kettenzug, nur durch die Bretter der Theaterbühne getrennt, standen Marlene Dietrich, Louis Armstrong oder Josephine Baker.“ Das Ziel der Ausstellung ist es, das historische Erbe zu bewahren und zu ehren. Dr. Berndt Schmidt: „Auf der Bühne tue ich alles, damit wir frisch und modern im 21. Jahrhundert ankommen. Abseits der Bühne fasziniert mich die wechselvolle Geschichte unseres Hauses von der Kaiserzeit über die DDR bis heute. Das damalige Gastspiel war der Startschuss für unsere lange Theatergeschichte. 100 Jahre später bereiten wir dem von den Nazis enteigneten Juden Max Reinhardt, unserem Gründervater, ein strahlendes Andenken.“ Roland Welke, stellvertretender Kreativdirektor und Kurator der Ausstellung, ergänzt: „Die Darstellung der Dichte der Unterhaltungshäuser in diesem Viertel ist uns wichtig. Unsere Dauerausstellung umfasst daher auch andere Häuser, die verschwunden oder in die andere Genres eingezogen sind, wie zum Beispiel den Wintergarten, die heutige Komische Oper oder das Berliner Ensemble. Das alles haben wir multimedial aufbereitet, denn auch bei der Präsentation unserer Geschichte bzw. die der Friedrichstraße wollen wir modern sein.“ Pünktlich zum Jubiläum am 7. November kommen die verschiedenen Exponate ins Haus und werden aufwendig bis zur Eröffnung am 7. Dezember 2010 in Szene gesetzt. So wird z.B. das hier zu sehende Luftbild im Original 12 m lang und beleuchtet sein. (sh) Weitere Informationen: http://www.show-palace.eu/de/ |