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Als das Musical „Grease“ vor knapp 41 Jahren in einem Geräteschuppen in Chicago von einer Laiengruppe das erste Mal auf die Bühne gebracht wurde, ahnte wohl keiner, dass sich das Stück zum wahren Dauerbrenner entwickeln würde. Im Februar 1972 feierte „Grease“ in New York Premiere und avancierte mit einer anschließenden Spielzeit von siebeneinhalb Jahren zu einer der am längsten laufenden Broadway Shows.
Mit der Verfilmung des Musicals 1978 wurden John Travolta als Danny und Olivia Newton-John als Sandy zum Traumpaar des Kinos und begeisterten Millionen Zuschauer. Und auch heute noch ist „Grease“ so populär wie eh und je. So verwundert es wohl auch niemanden, dass die Show nach der erfolgreichen Produktion des letzten Jahres, auch 2012 mit neuer Cast auf große Tour in Deutschland, Österreich und der Schweiz geschickt wird.
Und so feierte „Grease“ am Donnerstag bei seinem ersten Besuch überhaupt in der Domstadt seine umjubelte Premiere im Kölner Musical Dome. Dabei überzeugte die rasante Inszenierung von David Gilmore durch rasche Szenenwechsel und eine frisch aufspielende Cast: Lars Redlich gab mit starker Stimme einen großartigen Danny. Er begeisterte das Publikum vor allem mit seiner lässigen Art und viel Humor, konnte aber auch in den leisen und gefühlvollen Momenten überzeugen.
Joana Fee Würz war eine sehr süße und naive Sandy, schaffte jedoch am Ende spielend die Wandlung zum sexy und selbstbewusstem Vamp. Ihr Solo „Hoplessly devoted to you“, das sie mit toller Stimme präsentierte, war sicher ein Highlight dieser Show. Den beiden Hauptfiguren gegenüber standen als streitbares Paar Stefan Rüh als Kenickie und Denise Obedekah als Rizzo. Insbesondere Denise Obedekah begeisterte hierbei als toughe Anführerin der Pink Ladies und riss das Publikum mit ihrem „There are worse things I could do“ regelrecht aus den Sitzen.
Ebenfalls hervorzuheben sind Omri Schein als Eugene und Michael Heller als Doody. Letztgenannter stand bereits bei der letztjährigen Tour in dieser Rolle auf der Bühne und konnte erneut für die Premierenwoche als Walk-in-Cover gewonnen werden. Heller gab einen sehr tollpatschigen und niedlichen Doody und sein „Those magic changes“ war gleich zu Beginn ein wahrer Showstopper. Doch auch der Rest des Ensembles begeisterte mit viel Spielfreude und Elan und brachte die rasanten Tanzszenen von den Choreografinnen Carla Kama und Melissa Williams perfekt auf die Bühne.
Trotz des hohen Tempos wußte die Inszenierung jedoch insbesondere durch ruhige Momente zu überzeugen, denn erst hier trat der wahre Kern der Handlung hervor. Es geht eben nur vordergründig um die Liebesbeziehung der beiden Teenager Danny und Sandy. Erst bei genauerem Hinsehen wurde klar, dass es vor allem um ein paar junge Menschen auf dem Weg zum Erwachsensein geht. Über ihre Probleme und Sorgen, um Angepasstheit und Zugehörigkeit oder kurz: einfach der zu sein, der man eigentlich ist. Wohl auch deshalb passt „Grease“ auch noch in die heutige Zeit, denn diese Themen sind immer noch aktuell. Dies zusammen mit Hits wie „Grease“, „Summer Nights“, „Sandy“ und „You`re the one that I want“ sind Garant dafür, dass es auch heute noch heißt „Grease is (still) the word“.
„Grease“ ist noch bis zum 19.02.2012 in Köln im Musical Dome zu sehen. (ds) |