| Elisabeth – Die Legende einer Heiligen: Vorhang auf zur dritten und vorerst letzten Spielzeit |
| Samstag, 04. Juli 2009 |
Endspurt in Eisenach: Das Erfolgsmusical „Elisabeth – Die Legende einer Heiligen“ meldete sich heute mit der dritten und vorerst letzten Spielzeit im Landestheater zurück. Somit haben alle interessierten Zuschauer erneut die Gelegenheit, sich in insgesamt 31 Shows von dem geschichtsträchtigen Weg der Heiligen Elisabeth begeistern zu lassen.Zeit, um etwas näher auf die Geschichte des Stückes einzugehen: Im Jahre 1211 kam Elisabeth (Sabrina Weckerlin), Tochter des ungarischen Königs Andreas II. und Gertrud von Andechs im Alter von vier Jahren an den thüringischen Hof, da sie bereits als Neugeborene mit Ludwig IV. (Armin Kahl), dem Sohn des Landgrafenpaares Hermann I. und Sophie (Mara Dorn) verlobt wurde. Sie wuchs in der Familie ihres zukünftigen Ehemannes - mehr oder weniger als vollwertiges Familienmitglied akzeptiert - auf zog die Missgunst des Adels auf sich, da sie das Treiben im Überfluss am Thüringer Hof nicht unterstützte. Durch die familiäre Entwurzelung fehlte Elisabeth jegliches Vertrauen in Beziehungen zwischenmenschlicher Art. Sie suchte in Gebeten zu Gott Zuflucht und Hilfe, um Ihren Seelenfrieden zu finden. Als im Jahre 1217 Landgraf Hermann I. starb, bestieg Ludwig den Thron und heiratete 1221 Elisabeth gegen den Widerstand des thüringischen Hofes, aus tatsächlicher Liebe und Zuneigung. Mit der Ankunft des Priesters Konrad von Marburg (Chris Murray) fand Elisabeth einen Seelenverwandten. Der Kreuzzugsprediger war von der jungen Elisabeth tief beeindruckt und empfahl sich als ihr Beichtvater und Seelenführer, woraufhin sie zu Konrads religiösem und moralischem Ideal wurde. Während Ludwig in den Krieg zog, sagte sich Elisabeth von allen Privilegien des Adels los und eröffnete ein Armenhaus am Fuße der Wartburg. Unterstützt von Sophie und nach der Rückkehr Ludwigs verlebte das Paar eine glückliche Zeit, in der Elisabeth 1222 ihren Sohn Hermann zur Welt brachte. Bedrängt durch Konrad von Marburg nahm Ludwig an den Kreuzzügen Kaiser Friedrichs II. teil, wo er 1227 auf dem Weg nach Jerusalem an einer Seuche verstarb. Elisabeths Schwager Heinrich (Christian Schöne), der von Anfang an als Widersacher der Beziehung zwischen Elisabeth und Ludwig galt, nutzte die Situation aus und zwang Elisabeth, den thüringischen Hof und die Wartburg zu verlassen. Auch Sophie entsagte dem weltlichen Leben und verließ daraufhin die Wartburg. Im Winter 1227/28 lebte Elisabeth völlig mittellos in Eisenach und stieß als Bettlerin beim Volk auf Ablehnung. Als „letzte Rettung“ kam Elisabeths Onkel, Bischof Eckbert von Bamberg nach Eisenach, um Einfluss am Hofe zu erlangen und sie zu einer Heirat mit Kaiser Friedrich II. zu drängen. Die junge Witwe wies ihren Onkel jedoch ab. Zeitgleich erpresste Konrad von Marburg ein Witwengut sowie eine Abfindung in Höhe von 2000 Silbermark von Elisabeths Schwager Heinrich. Im Gegenzug nahm er Elisabeth mit nach Marburg, wo sie ein Armenhospital gründete, in dem sie selbst als Spitalschwester arbeitete. Durch die Entfremdung ihres Sohnes Hermann und die an ihrem Körper zehrende Arbeit starb Elisabeth schließlich im Jahre 1231 ausgemergelt und verarmt im Alter von 24 Jahren. Konrad von Marburg, wenig später zum Großinquisitor ernannt, versuchte durch Massenverbrennungen den Schmerz über Elisabeths Tod zu verarbeiten, ehe er 1233 ermordet wurde. Die Heiligsprechung Elisabeths erfolgte im Jahre 1235, für die sich Konrad von Marburg bereits vor seinem Tod einsetzte. Die Geschichte Elisabeths in ein Musical zu fassen - keine leichte Aufgabe für das Kreativteam der Spotlight Musicalproduktion Peter Scholz (Musik, Buch), Dennis Martin (Texte, Musik, Buch) und Reinfried Schieszler (Regie). Dennoch ist dieses Vorhaben auch in der dritten Spielzeit ohne Frage wieder gelungen. Der noch im vorigen Jahr etwas zu lang geratene und durch Balladen belastete zweite Akt wurde durch den Wegfall des Titels „Es gleitet ein Traum durch die Zeit“ sowie dem neu hinzu gekommenen Titel „Abgrundtiefe Nacht“ aufgewertet und für das Publikum verständlicher gestaltet. Neben einer tollen Story, einem engagierten Kreativteam braucht es natürlich auch gute Darsteller, um aus diesem Stück ein Erfolgsmusical zu machen. Wer bereits in den letzten beiden Jahren die Shows in Eisenach besucht hat, konnte sich auch in diesem Jahr wieder über altbekannte Gesichter auf der Bühne freuen. Sabrina Weckerlin, in der Hauptrolle der Heiligen Elisabeth, überzeugt nachwievor durch ihre sanfte, aber dennoch kraftvolle Stimme, die hervorragend für diese Rolle geeignet ist. Durch die Geschichte führen in einem „Sängerstreit“ Jesse Garon als Walther von der Vogelweide sowie Kristian Vetter als Wolfram von Eschenbach, die mit ihren komödiantischen Einlagen und der Darstellung des „Rosenwunders“ immer wieder durch gebührenden Beifall gewürdigt werden. Mara Dorn als Landgräfin Sophie - zunächst Elisabeth nicht wohlgesonnen, später aber eine ihrer größten Unterstützerinnen - setzt ihre Rolle brilliant mit rockiger und mächtiger Stimme um, was in ihrem Stück „Dein Herz kennt keine Liebe“ wunderbar zur Geltung kommt. Armin Kahl als verzweifelter Landgrafensohn und Ehemann Elisabeths sowie Christian Schöne, in der Rolle des Heinrich begeistern das Publikum mit starker Stimme, was nach jedem Titel mit entsprechendem Applaus belohnt wird. Besonders hervorzuheben ist Chris Murray in der Rolle des Kreuzzugpredigers Konrad von Marburg, der durch seine fulminante Stimme und das überzeugende Schauspiel die Geschichte des späteren Großinquisitors aufleben lässt. Dies wird besonders in seinem Song „Das Ende aller Zeiten“ sowie dem neuen Duett „Abgrundtiefe Nacht“ deutlich, welches die Show durch die Begeisterung der Zuschauer für einige Sekunden stoppen ließ. Alles in allem ist „Elisabeth - Die Legende einer Heiligen“ nach drei Jahren nahezu perfekt umgesetzt und verändert worden. Lediglich die schlicht gehaltenen Choreografien des Ensembles könnten noch ein wenig ausgebessert werden. Alle Fans von „Elisabeth“ haben ein Eisenach noch bis zum 19.07.09 sowie in Marburg vom 26. - 30.12.2009 die Gelegenheit, sich persönlich ein Bild von diesem schönen Musical zu machen, bevor bis auf unbestimmte Zeit der Vorhang fällt. Tickets, Preise und Informationen sind online auf der Webseite der Spotlight Musicalproduktion GmbH http://www.spotlight-musical.de zu finden. (ffk) |