Dirty Dancing - Premiere im Theater am Potsdamer Platz in Berlin
Dienstag, den 07. April 2009 um 14:41 Uhr
Dirty Dancing: Daniel Rakasz und Charlotte Gooch als Johnny und Penny - Bild: Brinkhoff/Mögenburg„Es war im Sommer 63, alle nannten mich Baby und es kam mir gar nicht in den Sinn etwas dagegen zu haben“  - wer kennt sie nicht? Die Worte von Frances Baby Houseman aus Dirty Dancing. Am 7. April ist es wieder so weit. Zum zweiten Mal wird der erfolgreiche Musicalfilm in Deutschland auf die BĂŒhne gebracht. Nach zwei Jahren Spielzeit in der Neuen Flora in Hamburg, wird nun die Geschichte von Dirty Dancing im Theater am Potsdamer Platz in Berlin erzĂ€hlt.

Dirty Dancing erzĂ€hlt die Geschichte von Frances „Baby“ Houseman, die ihren Sommerurlaub 1963 mit ihren Eltern und ihrer Ă€lteren Schwester Lisa im KellermanÂŽs Ferienclub in den Catskill-Bergen verbringt. WĂ€hrend Baby sich beim Hufeisen-Werfen oder den Bingo Nachmittagen langweilt, ist Lisas grĂ¶ĂŸte Sorge, dass sie auch die passenden Schuhe zu all ihren Kleidern hat. Baby erkundschaftet aus lauter Langeweile die Welt der Hotelangestellten und entdeckt eine Art Unterwelt, bevölkert mit jungen MĂ€nnern und Frauen, die ihre freie Zeit mit Tanzen verbringen. Dort lĂ€uft ihr auch der Tanzlehrer und ShowtĂ€nzer des Ferienclubs ĂŒber den Weg - Johnny Castle. Seine Tanzpartnerin Penny steckt in Schwierigkeiten. Baby versucht ihr zu helfen - leiht sich Geld fĂŒr einen Arzt, der sich um Penny kĂŒmmert und ĂŒbernimmt die Aufgabe als Tanzpartnerin von Johnny. WĂ€hrend der Proben fĂŒr den großen Auftritt kommen sich Baby und Johnny  immer nĂ€her und verlieben sich ineinander. Obwohl Baby erst 17 Jahre alt ist und vor jugendlichem Idealismus nur so sprĂŒht, besteht zwischen Johnny und ihr von ihrem ersten Aufeinandertreffen an eine unausweichliche, magnetische Anziehung. Es ist die ultimative Vereinigung zweier GegensĂ€tze. Bis zum Happy End der „verbotenen Liebe“ zwischen dem TĂ€nzer Johnny und Baby, der Tochter aus gutem Hause, ist es ein Sommer voller Generationskonflikte, Vorurteile, MissverstĂ€ndnisse, Rebellion, Romantik- und die berĂŒhmten Tanzszenen.

Dirty Dancing: Janina Elkin und Daniel Rakasz als Baby und Johnny - Bild: Brinkhoff/MögenburgAm 6.April fand die Medienpremiere im Berliner Theater am Potsdamer Platz statt. Die Autorin Eleanor Bergstein  ließ es sich nicht nehmen, die Berliner persönlich zu begrĂŒĂŸen. Wer die Show in Hamburg gesehen hat, sieht sofort VerĂ€nderungen am BĂŒhnenbild. Schon zu Beginn der Show taucht Baby im Kinderzimmer kofferpackend auf, anstatt TĂ€nzer zum Titel „Der Moment ist magisch“ tanzen. Ebenfalls gibt es eine Neubesetzung bei den „Hebefigur-Proben“. Die Probe im Wasser ist im Gegensatz zur Hamburger Produktion viel authentischer umgesetzt. Die 449 Quick Changes (schnelle Kleidungswechsel) und die Erweiterung auf insgesamt 73 Szenen bringen einen völlig neuen Drive in die Show. Musikalisch gesehen erwarten den Zuschauer einige neue Songs aus den 60er und 80er Jahren, die passend in das BĂŒhnengeschehen eingebaut wurden.

Die Cast ist bis auf Milana Mikulich (Dance Captain) komplett neu besetzt worden. In der Rolle der Frances Baby Houseman ĂŒberzeugt Janina Elkin. Die Rollen Johnny Castle, gespielt von Daniel Rakasz und Penny Johnson, gespielt von Charlotte Gooch, bringen das Publikum durch ihren amerikanischen Akzent im Schauspiel eher zum lachen anstatt zum mitfĂŒhlen.

Insgesamt kann man behaupten, dass den insgesamt 45 Darstellern eine ĂŒberzeugende Adaption zum Film gelungen ist. Das Ziel der Autorin Eleanor Bergstein „Der Zuschauer soll das GefĂŒhl haben, selbst Gast im Kellerman‘s Ferienclub zu sein, Teil der Geschichte zu werden und die Handlung hautnah mitzuerleben“, wird aufgrund der Energie, die vor allem die 16 Hauptdarsteller und die 19- Ensemble TĂ€nzer versprĂŒhen, erreicht. Ob Dirty Dancing an der Erfolgen der  Musicals „Die Schöne und das Biest“, „Cats“ und nicht zuletzt „Mamma Mia“ am Potsdamer Platz anknĂŒpfen kann, bleibt abzuwarten. Viele Musicalfans in Hamburg waren enttĂ€uscht von Dirty Dancing, weil sie Vergleiche mit bekannten Musicals aufgestellt haben und nicht das StĂŒck als einen „Film auf der BĂŒhne“ betrachtet haben. Bisher sind 80.000 Karten fĂŒr die Show verkauft.  Es scheint also, dass in Berlin die Umsetzung des Filmes auf der BĂŒhne viel Zuspruch erhĂ€lt. (ig)