| Die Vampire bitten in Stuttgart um einen weiteren Tanz |
| Sonntag, den 28. Februar 2010 um 19:46 Uhr |
„Vampire sind untote Geschöpfe in Menschengestalt, die sich ausschließlich von Blut ernähren. Als wesentliches Merkmal wird dem Vampir Unsterblichkeit zugeschrieben, die – kombiniert mit seiner in der Regel übermenschlichen Körperkraft und dem Bluthunger – einen großen Teil des Schreckens des Vampirmythos ausmacht.“ Vampire stehen vielleicht auch stellvertretend für die Grundpfeiler der Romantik, Leidenschaft und individuellem Erleben der gequälten Seele. Vor allem spannend, und daher im Mittelpunkt stehen, sollte die erotische Anziehungskraft der Vampire auf „ihre Opfer". Daher wird ihnen zugesprochen Verführungskünstler sein. – Seit dem 25. Februar bitten die Vampire um einen weiteren Tanz in Stuttgart:Das Publikum hatte entschieden: Vierzehn Tage lang war es den Zuschauern und Musicalliebhabern möglich, über die Rückkehr einer der neun Stuttgarter Musicals abzustimmen. Als Sieger ging klar Roman Polanskis Grusical „Tanz der Vampire“ aus der Abstimmung hervor. Michael Kunze schrieb das Buch und Jim Steiman die Musik, die von rockigen Stücken bis zu gefühlvollen Balladen die gesamte Bandbreite bedient. Seit 1997 zieht die Musicaladaption des gleichnamigen Kultfilmes von Roman Polanski das Publikum in seinen Bann. Die Vampirjagd startete 1997 in Wien. In Deutschland war die Show im Apollo Theater in Stuttgart, im Theater Neue Flora in Hamburg, im Theater des Westens in Berlin und im Metronom Theater am CentrO in Oberhausen zu sehen. Aktuell werden verschiedene Inszenierungen des Stückes in sieben Ländern gespielt, unter anderem in Polen, Japan und Ungarn. Insgesamt hat das Musical mehr als fünf Millionen Zuschauer begeistert. Das Musical verhandelt mehrere Themen, wie das Erwachsenwerden, Liebe, Macht und Gier: Der Vampir Forscher Professor Abronsius ist mit seinem Assistenten Alfred in Transsylvanien auf der Suche nach Vampiren. In einem Bergdorf kehren sie in ein Wirtshaus ein, dort treffen sie auf die schöne Wirtstochter Sarah, die von ihrem Vater Chagal eifersüchtig bewacht wird. Alfred verliebt sich in Sarah, er muss jedoch feststellen, dass der Vampirgraf von Krolock, der in einem nahe gelegenem Schloss lebt, ebenfalls ein Auge auf die schöne Sarah geworfen hat. Graf von Krolock lädt die junge Frau zum alljährlichen Mitternachtsball auf sein Schloss ein, Sarah nimmt die Einladung an und reißt von zuhause aus. Ihr Vater Chagal versucht sie zurückzuholen, wird aber wenig später leblos im Wald gefunden. Die Bisswunde an Chagals Hals ist ein weiteres Indiz für Professor Abronsius, dass es hier Vampire geben muss. Chagal erwacht von den Toten, daraufhin machen sich der Professor und sein Assistent Alfred auf den Weg zum Schloss des Grafen von Krolock, auf dem bereits die Vorbereitungen zum Mitternachtsball in vollem Gange sind. Der Graf lädt die beiden ein, zu bleiben, um dort weiter zu studieren. Schnell wird es Alfred und Abronsius klar, dass sie beide und auch die schöne Sarah als Mahl für die Vampire auf dem Ball vorgesehen sind. Alfred findet Sarah im Schloss, versucht sie zu überzeugen, zu fliehen, doch Sarah will bleiben, um den Ball zu erleben. Um Sarah zu retten, schleichen sich die beiden auf den Mitternachtsball der Vampire. Dort wird Sarah vom Grafen gebissen, was die beiden nicht verhindern können, sie können aber mit Sarah fliehen. Der Professor triumphiert, die Menschheit vorm Verderben bewahrt zu haben, doch hat er das wirklich? Die Stuttgarter Inszenierung ist das Produkt der Entwicklung, die die Show seit der Uraufführung 1997 in Wien erlebt hat. Das Musical wurde an der einen und anderen Stelle gekürzt, Textpassagen gestrichen und umgestellt, auch die Abfolge der Songs wurde im Laufe der Jahre geändert was dazu führte, dass die Show heute kompakter erscheint, was zum Teil Sinn macht,. In Einzelfällen, wie z. B. dem Liebesduett „Totale Finsternis“, wäre die Beibehaltung der Originallänge des Songs wünschenswert gewesen. Bei der Cast wurde ein großer Teil des Oberhausener Ensembles verpflichtet. Wie auch in Oberhausen ist Jan Ammann in der Hauptrolle des Grafen von Krolock zu sehen. Ammann, dem Publikum aus „Ludwig²“, „West Side Story“, „Mar I Cel“, „Die Schöne und das Biest“ und „Jekyll Hyde“ bekannt, gibt optisch und schauspielerisch einen Grafen wie aus dem Bilderbuch. Er strahlt Gefahr, Kälte, Erotik und Macht aus, ebenso gibt er in seinem Solo „Die unstillbare Gier“ ein zum ewigen Leben verdammtes Wesen, das Gefühle, wie Liebe, Gier und Leid erleben kann und zeigt damit, dass auch ein Stück Menschlichkeit in diesem Vampir steckt. Christian Stadlhofer gibt in der Stuttgarter Inszenierung den Professor Abronsius. Sein Abronsius ist ein wenig tüttelig, sehr selbstbewusst und gewitzt. Sein Zusammenspiel mit seinem Assistenten Alfred (Krisha Dalke) harmoniert sehr gut, die beiden geben ein eingespieltes Team auf der Bühne ab. In der Rolle des Alfreds geht es um Erwachsenwerden, Dalke spielt zunächst den naiven Jungen, der sich von seinem Professor leiten lässt und keine eigenen Initiativen ergreift. Diese Haltung verändert sich im Laufe der Handlung, er zeigt eigene Ideen und reift zum Mann am Ende des Stückes, der sich versucht, schützend vor seine Sarah zu stellen. Die junge, trotzige Wirtstochter Sarah wird wie auch schon in Berlin von Lucy Scherer dargestellt. Ihre Sarah ist trotzig, eigenwillig und setzt ihren Kopf, gegen die Verbote ihres Vaters durch. In den Duetten harmoniert sie gut mit Dalke und Ammann. Die Gäste der Galapremiere am 25. Februar 2010 waren begeistert und feierten das Ensemble mit Standing Ovations. Ab jetzt wird im Palldium Theater in Stuttgart wieder getanzt, gelacht und natürlich gebissen. Tickets gibt es online unter http://www.stage-entertainment.de. (vk) Termin(e): Täglich, außer Montag Spielstätte: Palladium Theater Plieninger Straße 109 70567 Stuttgart Kartenvorverkauf: http://www.stage-entertainment.de Weitere Informationen: http://www.stage-entertainment.de |