Tanz der Vampire (2007) - Original Wien Cast (Jubiläumskonzert)
Montag, 26. November 2007

Anlässlich des 10-jährigen Geburtstages des Grusicals „Tanz der Vampire“ ist die Live Aufnahme der Konzerte vom 09. und 10. Februar 2007 aus dem Raimund Theater erschienen. Nach dem Erfolgszug der Musicaladaption des gleichnamigen Kultfilmes von Roman Polanski wurde diese Live Aufnahme mit Spannung erwartet: Gernot Kranner hauchte bereits vor zehn Jahren dem Vampirforscher „Professor Abronsius“ Leben ein und verkörperte diesen auch wieder bei den Geburtstagskonzerten. Als „Graf von Krolock“ wurde Thomas Borchert verpflichtet, der den Vampirchef in der aktuellen Produktion in Berlin allabendlich zum Leben erweckt, außerdem standen mit Marjan Shaki als „Sarah“ und Tim Reichwein als Grafensohn „Herbert“ zwei weitere „vampirerfahrene“ Protagonisten auf der Bühne. Der Assistent des Professors, „Alfred“ (im Film von Polanski selbst gespielt) wurde bei den Geburtstagskonzerten mit Lukas Perman besetzt. Die CD bietet mit 16 Tracks ein „Best of“ des Musicals. Für eingefleischte Fans ist die vorliegende Aufnahme eine wunderschöne Ergänzung für die Sammlung, leider bietet der Silberling dem unwissenden Hörer, der das Musical nicht komplett gesehen oder gehört hat, nur eine kleine Auswahl der großartigen Arbeit von Jim Steinman (Musik) und Michael Kunze (Texte). Thomas Borchert spielte den blutrünstigen Grafen bereits in den letzten beiden Jahren in der Hamburger Inszenierung von „Tanz der Vampire“ und ist aktuell ebenfalls als „von Krolock“ im Theater des Westens in Berlin zu sehen. Trotz seiner ausreichenden Erfahrung und Auseinandersetzung mit der vielschichtig angelegten Hauptrolle, gelingt es dem stimmgewaltigen Schauspieler nicht, auf der vorliegenden Aufnahme die einzelnen Nuancen der Figur glaubhaft zu transportieren. Der Vampirgraf ist nicht nur als blutrünstiger Verführer angelegt, vielmehr bietet die Figur Facetten eines väterlichen Freundes gegenüber Alfred; eines mächtigen Herrschers; eines Liebhabers, der seine zahlreichen Geliebten als Vampir getötet hat und letztendlich, die Facette, eines zum ewigen Leben verdammten Wesens, das trotz aller Grausamkeiten doch Gefühle zeigen kann. Borcherts kräftiger Bariton demonstriert hervorragend die Macht des Vampirgrafen, alle anderen Facetten werden von ihm leider nicht intensiver ausgearbeitet. Gerade bei dem Liebesduett „Totale Finsternis“ hätte seine Interpretation verführerischer, erotischer und gefühlvoller ausfallen können.

Marjan Shaki, erfahren in der Rolle der „Sarah“ singt ihre Figur mit Charme, ein wenig Naivität und glasklarer Stimme. Shaki kokettiert sowohl mit „Alfred“ als auch mit dem Grafen „von Krolock“. Lukas Perman, ein Neuling im Musical „Tanz der Vampire“ haucht dem Assistenten des Professors „Alfred“ Leben ein. „Alfred“ zu Beginn ein schüchterner, naiver junger Mann reift im Verlaufe des Stückes zum Mann, der nicht nur dem Professor folgt, sondern selbst Verantwortung für sein Handeln übernimmt.

Tim Reichwein, verkörperte den schwulen Grafensohn „Herbert“ bereits in Hamburg. Mit seiner Rolle bestens vertraut spielt Reichwein mit verschiedenen Klischees, um den Assistenten „Alfred“ ganz für sich zu gewinnen. Gernot Kranner zeigt einen tüteligen Wissenschaftler, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Existenz von Vampiren zu beweisen. Kranner kreierte die Rolle des „Professor Abronsius“ vor zehn Jahren in der Uraufführung von „Tanz der Vampire“. Sein Professor ist intelligent und bringt durch seinen Wissensdurst die Wahrheit ans Licht. Abschließend ist anzumerken, „10 Jahre Tanz der Vampire“ – das Jubiläumskonzert ist eine nette Aufnahme für eingefleischte Fans, jedem der das Musical nicht kennt, ist jedoch die Gesamtaufnahme zu empfehlen. (vk)