| Absolut Uwe - Tourauftakt in Hamm: „Absolut Uwe“ bleibt hinter Erwartungen zurück |
| Montag, den 22. November 2010 um 21:00 Uhr |
|
„Absolut Uwe – From Broadway to Hollywood“ stand auf der Eintrittskarte – ein Titel, der hohe Erwartungen beim Publikum der Deutschlandpremiere von Uwe Krögers Soloprogramm weckte. Der Tourauftakt fand in Hamm statt, der Geburtsstadt des Mannes, der in der Vergangenheit öfter als „Musicalstar Nummer 1“ bezeichnet wurde. Zum wiederholten Mal trat er in der gut ausgelasteten Alfred-Fischer-Halle auf. Ein Heimspiel sozusagen, das Kröger Zuversicht hätte geben sollen, offensichtlich aber starke Nervosität auslöste. Anders ist kaum zu erklären, warum schon die Einstiegsmoderation kaum Sinn machte. Ein schlechtes Omen für den Verlauf der Show, die durchweg von Krögers stimmlich erschreckend schlechter Konstitution gekennzeichnet war.
Gleich zu Beginn stellte Kröger den Zuschauern neben einem orangefarbenen Koffer, der die ganze Show über zentral im Blickfeld stand und für den er mehrfach Applaus einforderte, eine alte Kindheitsfreundin vor: Britta, das Schaukelpferd, auf dem er „Born free“ zum Besten gab. Immer wieder unterbrochen von lang anmutenden Moderationspassagen kam im ersten Drittel des Konzertes keine Stimmung auf. Die Show plätscherte vor sich hin und Kröger kämpfte sich durch diverse Songs, gesangskräftig und tänzerisch unterstützt von den „Absolut Uwe Boys & Girls“, acht jungen Künstlern, die durch diverse Einlagen wie z.B. einem „Fame“-Medley für eine Auflockerung des Programms sorgten sowie Passagen überbrückten, in denen Kröger sich umzog. Highlights waren definitiv die Auftritte von Krögers Stargästen: Zunächst ist mit Annemieke van Dam eine sehr talentierte Künstlerin zu erwähnen, die mit Kröger bereits „Elisabeth“ spielte und ihn auch auf den weiteren Stationen seiner Deutschlandtour begleiten wird. Van Dam begeisterte vor allem durch ihre natürliche Art sowie ihre überzeugenden Gesangsdarbietungen. Bewegend und herausragend war vor allem „Once upon a time“. Bei „All that Jazz“ konnte sie zudem zeigen, dass ihre tänzerischen Fähigkeiten mit den gesanglichen durchaus mithalten können. Ein Lichtblick war auch der koreanische Tenor Eun Tae Park, der mit der koreanischen Version von „Wie wird man seinen Schatten los?“ einen äußerst eindrucksvollen Beweis seines Können lieferte und dafür tosenden Applaus erntete. Reizvoll war auch das mit Kröger gemeinsam, zweisprachig dargebotene „Die Schatten werden länger“. Bei der Zugabe wirkte Kröger dann deutlich gelöster und beendete den Abend mit seinem Paradestück „Sweet Transvestite“, womit er, neben dem Elisabeth-Block im ersten Teil des knapp dreistündigen Programmes, am meisten überzeugen konnte. Insgesamt blieb eine gewisse Ernüchterung zurück und die bange Frage, wie es mit Uwe Kröger weitergeht. (mil) |