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Montag, den 22. November 2010 um 19:50 Uhr |
Im Rahmen der Konzerttournee von „Absolut Uwe“ gastierte der Musicalstar Uwe Kröger am 21.11.2010 auch im Deutschen Theater in München-Fröttmaning. Begleitet wurde Kröger von der Herwig Gratzer Band und den Absolut Uwe boys and girls, einem hochbegabten Team aus (gesangs-)starken Tänzern. Special guest dieses Theaterabends war die Holländerin Annemieke van Dam („Elisabeth“) und diese Wahl der Darstellerin hätte nicht besser ausfallen können. Schade, dass ihre Songs nicht noch mehr auf die junge Sängerin zugeschnitten, sondern großteils dieselben waren, die auch schon Pia Douwes als spezial guest zum Besten gab. Nichts desto trotz brillierte van Dam auf der ganzen Linie.
Der Abend startete mit Songs aus dem Musical „Chicago“ und Kröger begrüßte sein Publikum mit einigen Worten: „Absolut Uwe, typisch Uwe, …“, meinte der Sänger unter anderem. Typisch Uwe? Ich würde sagen, nein. Denn obwohl der Abend sehr kurzweilig und unterhaltsam war, konnte Kröger diesmal nicht wirklich überzeugen. Zu seinen Stärken gehörte an diesem Abend tatsächlich die Moderation, weniger der Gesang. So konnte das Publikum nicht selten über die kleinen Anekdoten des Darstellers lachen. Nun ja, ob man dringend einen Koffer immer wieder in den Mittelpunkt des Geschehens rücken muss, sei dahin gestellt. Jedenfalls waren besonders die Nachahmungen Krögers seiner „alten“ Freunde amüsant und auch die ein oder andere Geschichte seiner Laufbahn, die er zwischen den Songs erzählte, wie z.B. über seine erste O-dition und „Aquarius“ aus dem scheinbar katholischen „Herr“ .
Stimmlich konnte der Entertainer an diesem Abend leider nicht besonders hervorstechen, gerade neben einer so starken Partnerin, wie Annemieke van Dam. Schon in „Born free“ brach Kröger hin und wieder die Stimme weg. Auch in den höheren Tonlagen wollte die Stimme nicht immer den richtigen Ton treffen, wodurch die Songauswahl, wie z.B. „Aquarius“ aus „Hair“ nicht wirklich glücklich schien. Abendspielleiter und Choreograph Steven Seale („Hair“) konnte in „California Dreaming“ bei den hohen Tönen jedoch glänzend aushelfen. Das vom Ensemble nach „Aquarius“ folgende „Let the sunshine in“ („Hair“) ließ das Publikum dann jedoch direkt mitklatschen. Exzellent vorgetragen verbreitete der Song beim Publikum sicher mehr als nur ein paar Sonnenstrahlen. Die Stimmung im Saal stieg gewaltig.
Eine schöne Einlage bot Kröger bei „Is it ok if I call you mine“ aus „Fame“, das er selbst mit der Gitarre begleitete. Wieso der Sänger jedoch bei „Starlight Express“ dem Publikum eine gefühlte Ewigkeit den Rücken zudrehte, war nicht ganz klar. „Time of my life“ war diesen Abend zweimal zu hören und man muss sagen, dass dies dem Song gut tat, da der erste Durchlauf stimmlich leider nicht überzeugen konnte. Zu viele Töne waren auf Krögers Seite nicht getroffen, was die Frage aufwirft, warum es beim zweiten Mal problemlos klappte? Ein wirklich schöner Song aus „Dirty Dancing“ am Schluss der Show wunderbar vorgetragen. Trotz allem muss leider gesagt sein, dass Annemieke van Dam Kröger an diesem Abend regelrecht an die Wand gesungen hat. Mit glockenklarer, starker Stimme meisterte sie alle Tonlagen einwandfrei und mit viel Gefühl. Obwohl dort ein hübsches, junges Mädchen stand, nahm man ihr die alte, zerknitterte Katze in „Erinnerung“ vom ersten Moment an völlig ab. Erstaunlich auch, wie schnell van Dam den emotionalen Schalter umlegen konnte und vom lustigen Geplänkel mit Kröger in die nächste Nummer von „Elisabeth“ überwechselte. Vom ersten Moment an stand dort die tragische Gestalt der Elisabeth, die in der stark anmutenden Choreographie von „Wenn ich tanzen will“ glänzte. Weitere Lieder aus „Elisabeth“ folgten („Ich gehör nur mir“, „Der letzte Tanz“) zur Freude des Publikums. Van Dam erhielt nach dem Solostück donnernden Applaus und dies nicht zum letzten Mal an diesem Abend. Während Kröger eine arge Zitterpartie hinsichtlich der Töne bei Songs aus „Phantom der Oper“ an den Tag legte, konnte van Dam ein Highlight ihrer Darbietung in eben diesem Song bringen. Der Applaus für van Dam anschließend wollte nicht abbrechen.
Uwe Kröger hatte in jedem Fall an diesem Abend einen hohen Fanbonus, so dass die ein oder andere Stimmunsicherheit verziehen wurde. Die Fans jubelten ihrem Musicalstar Nummer 1 zu und genossen den Abend in vollen Zügen. Zumal der Darsteller sich auch gerne mal selbst auf die Schippe nahm und van Dam mit Barbie und sich selbst mit dem Vater von Ken verglich.
Schön war auch, zu sehen, wie die Zuschauer sich über den „Besuch“ des Darstellers bei „The wind beneath my wings“ im Publikum freuten. Zum Ende der Show hin war fast der „alte Uwe“ zurück und konnte das Publikum mit „Sweet transvestite“ („Rocky Horror Show“) noch einmal mächtig anheizen. Und auch das zweite „Time of my life“ war stimmlich schön gesungen. Die Standing ovations an diesem Abend galten wohl mehr van Dam, der auch beim Schlussapplaus ohrenbetäubende Begeisterung entgegen schlug. Dennoch muss man sagen, dass der Abend unterhaltsam war, wenn auch nicht „typisch Uwe“, denn da geht noch mehr. (jg)
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