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Donnerstag, den 29. September 2011 um 17:27 Uhr |
Mit Patrick Stankes Soloprogramm „Ich bin Musik“ fand am 24.09.2011 im ausverkauften Oberhausener Ebertbad ein weiteres gelungenes Konzert der bewährten Sound of Music-Reihe „Musicalstars in Concert“ statt. Der Untertitel „Meine größten Musicalerfolge“ lenkte die Erwartungen der Zuschauer schon im Vorfeld in die richtigen Bahnen und in der Tat gab es einen etwa dreistündigen Querschnitt aus den Musicals, in denen Stanke bisher mitgewirkt hat.
Begleitet wurde der Künstler, der die Veranstaltung gleich zu Beginn scherzhaft als zehnjähriges Bühnenjubiläum bezeichnete, von Marina Komissartchik am Flügel.
Der titelgebende Song „Ich bin Musik“ leitete den ersten Programmteil ein, in dessen Mittelpunkt die vier Musicals „Titanic“, „Die letzten fünf Jahre“, „Jesus Christ Superstar“ und „Jekyll & Hyde“ standen. Koffer- und Reisemonturtragend zog im Anschluss an „Ich bin Musik“ das Ruhrpottpourie-Ensemble durch den Mittelgang Richtung Bühne ein und etablierte mit „Gute Fahrt“ die Stimmung für „Titanic“, aus dem Stanke neben „Heiratsantrag“ und „Wir sehen uns wieder“ auch „Barrets Lied“ vorstellte, welches in diesem Block der am eindruckvollsten interpretierte Song war.
„Die letzten fünf Jahre“ war das insgesamt am wenigsten kommerzielle und bekannte Stück im Programm, doch die daraus präsentierten Nummern „Meine Göttin“ und „Keiner muss das erfahren“ überzeugten das Publikum trotzdem. Als Special Guest hatte Stanke Sabrina Weckerlin eingeladen, die mit „Ich steh weinend da“ einmal mehr bewies, dass ihr Balladen einfach im Blut liegen.
Der darauf folgende „Hosana“-Chor des Ruhrpottpourie-Ensembles verdeutlichte, dass es nun an der Zeit für „Jesus Christ Superstar“ war, also dem Musical, das der Künstler zuletzt auf der Freilichtbühne Tecklenburg gespielt hat. Dabei wird sich Stanke vermutlich gefreut haben, dass dieses Mal nicht Starkregen oder andere Wetterlaunen seine gewohnt starke „Gethsemane“-Performance störten. Und nachdem Stanke das Leid des Gottessohns so empathisch und stimmgewaltig vermittelte, schien das vom Ruhrpottpourie-Ensemble skandierte „Jesus Christ Superstar“ äußerst angebracht und passend.
Dass schwierige Charakterrollen ihm liegen, konnte Stanke vor der Pause dann noch einmal im „Jekyll & Hyde“-Block beweisen. Mit „Ich muss erfahren“ und „Dies ist die Stunde“ stellte er gleich zwei ganz große Jekyll-Solonummern vor, während Weckerlin mit „Mein Leben“ ebenfalls glänzen konnte. Selbstverständlich durfte auch „Ein gefährliches Spiel“ nicht fehlen, wobei die knisternde Erotik zwischen den Beiden auch noch bis in die hinteren Zuschauerreihen des Ebertbades transportiert wurde.
„Oh what a beautiful morning“ aus „Oklahoma“ sorgte für einen schwungvollen Auftakt in den zweiten Teil der Veranstaltung, in dem wie bereits im Teil zuvor vier Musicals im Fokus standen. Da „Die 3 Musketiere“ die Produktion war, bei der sich Stanke und Weckerlin zum ersten Mal begegneten, wurden gleich fünf Lieder des Stückes zu einem stimmigen Medley zusammengefasst und von den beiden Künstlern mit besonders viel Elan präsentiert. Vor allem das Duett „Alles“ konnte hier neben Stankes mitreißendem „Heut` ist der Tag“ am meisten punkten.
Im daran anschließenden „AIDA“-Part performte Stanke „Radames Brief“ und gemeinsam mit dem Ruhrpottpourie-Ensemble „Wer viel wagt der gewinnt“. Weckerlin hingegen brachte „Die Wahrheit“ zu Gehör. Den musikalischen Höhepunkt dieses Blockes stellte wohl aber das Gänsehaut-erzeugende „Das Dunkel der Welt“ dar, bei dem Stanke und Weckerlin erneut sehr gut harmonierten.
„Ich lieb dich mehr denn je“, beschwor Stanke einleitend im „Marie Antoinette“-Block, woraufhin Weckerlin ihr Paradestück „Blind vom Licht“ interpretierte. Wie schon in den beiden anderen Blöcken zuvor gipfelte auch der Exkurs zu „Marie Antoinette“ in einem Duett, das zugleich das Highlight jenen Parts war. Die Idee, die englische Version „There`s a voice in my heart“ zu singen, hat sich jedenfalls ausgezahlt.
Als die ersten Klänge von „Mozart“ erklangen und Stanke mit dem Rücken zum Publikum kniete, um von seiner Partnerin in den roten Mozart-Mantel gehüllt zu werden, während zugleich das Ruhrpottpourie-Ensemble „Mozart! Mozart“ skandierte, war der unumstrittene Höhepunkt des Abends erreicht. Obwohl „Dich kennen heißt dich lieben“ (Stanke/Weckerlin) zweifellos schön anzuhören war, waren es Stankes überaus emotionale Soli „Was für ein grausames Leben“ und „Wie wird man seinen Schatten los“, die die Zuschauer fasziniert in seinen Bann zogen.
Natürlich ließ es sich der auf dem Boden gebliebene Musicalstar aus Wuppertal nicht nehmen, sich mit gleich drei Zugaben von seinem begeisterten Publikum zu verabschieden. „Du warst mein Licht“, bei dem sich Stanke selbst am Flügel begleitete, war dabei wohl der Titel, der am meisten unter die Haut ging. Aber auch „Lonely House“ sowie „Ich bin Musik“ wurden dankbar aufgenommen. Der zuletzt genannte Titel rahmte das Programm auf gelungene Weise ein und man kann mit Fug und Recht behaupten, dass Stanke die Wahrheit der These „Ich bin Musik“ im Verlaufe des Abends immer wieder erneut unter Beweis stellte.
Positiv erwähnt werden müssen auch die ungezwungenen, mit Witz und Charme gepaarten Moderationen zwischen den Blöcken. Diese sorgten für Kurzweil und Unterhaltung bei den überwiegend doch eher langsamen und ernsten Titeln und versorgten das Publikum gleichzeitig mit einigen netten Anekdoten und wissenswerten Fakten.
Insgesamt war „Ich bin Musik“ ein gelungener Soloprogramm-Auftakt, der vor allem durch Stankes und Weckerlins hervorragende stimmliche Leistung bestach, sowie durch die faszinierende Virtuosität Marina Komissartchiks am Flügel. Komissartchik ist ein echter Gewinn für die „Musicalstars in Concert“-Reihe und es bleibt zu hoffen, dass man sie noch oft bei den diversen für die Zukunft geplanten Veranstaltungen bewundern darf. (mil) |