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Freitag, den 27. November 2009 um 18:04 Uhr |
"Alle Jahre Wieder", so könnte man in Bezug auf das Musical "Vom Geist der Weihnacht" auch passender Weise titeln. Nach Aufführungen in Oberhausen (Weltpremiere 2001 & 2003), Köln (2002), Berlin (2002 & 2006), München (2003), Frankfurt (2007) und Duisburg (2007) steht das Weihnachtsmusical von Dirk Michael Steffan in diesem Jahr auf dem Programm des Capitol Theater in Düsseldorf. Am gestrigen Donnerstag, den 26. November 2009 feierte die Produktion hier eine glanzvolle Premiere, bei der das Wetter mit nasskaltem Dauerregen zwar eher herbstlich denn weihnachtlich war, allerdings war dies auch fast der einzige Wehmutstropfen zu einer ansonsten wunderbaren Veranstaltung.
Erstmals in der Rolle des "Engels der Weihnacht" ist in diesem Jahr Patricia Kelly zu sehen. Ihr zur Seite stehen die bekannten Musicaldarsteller Kristian Vetter und Werner Bauer, die beide bereits in früheren Produktion dieses Stückes mitgewirkt haben. Dies merkte man den Akteuren bei der Premiere auch an, waren sie an diesem Abend nicht nur wunderbar ton- und textsicher, nein auch die Verkörperung der Rollen des Geistes Marley (Werner Bauer) und des "fiesen" Mr. Scrooge (Kristian Vetter) waren nahezu perfekt. Jede kleine Gesichtsregung paßte wunderbar ins Gesamtbild. Im Vergleich zu den beiden männlichen Hauptrollen wirkte Patricia Kelly als Engel in den schauspielerischen Belangen dagegen etwas unerfahren, allerdings gab dies dem Engel auch eine gewisse unnahbare Ausstrahlung, die einen eigenen Reiz besaß. Zudem machte sie mit Ihrem Gesang als wieder mehr als nur gut. Ohne stark zu übertreiben hat sie sich gestern den Preis als bester Weihnachtsengel aller bisherigen Produktionen sichern können. Mit einer wunderbar klaren und kräftigen Stimme traf sie die Töne perfekt. Mit Patricia Kelly, Kristian Vetter und Werner Bauer hat man ein Dreigespann gefunden, welches die drei Hauptrollen kaum besser ausfüllen könnte.
Nicht unerwähnt bleiben sollen an dieser Stelle auch alle anderen Darsteller, die ihre Rollen ebenfalls sehr gut ausfüllten. Alle namentlich zu nennen würde nun diesen Platz wohl sprengen, auch wenn es jeder einzelne verdient hätte. Stellvertretend für das gesamte Team seien daher hier nur Axel Kraus und Anne Welte erwähnt. Axel Kraus steht in diesem Jahr bereits zum sechsten Mal in der Rolle des liebenswürdigen Mr. Fezziwig, dem Lehrherren von Marley und Scrooge, auf der Bühne und Anne Welte überzeuge erneut, wie bereits bei der Frankfurter Aufführung 2007, als seine Ehefrau Mrs. Fezziwig. Hierbei hatte sie bei ihrer Präsentation des Weihnachtsmenüs den wohl größten Szenenapplaus des Abends auf ihrer Seite.
Die Regieumsetzung von Iris Limbarth weiß zu gefallen, erwähnenswert in diesem Zusammenhang vor allem das Stück "In Ketten geschmiedet" im ersten Akt, sowie die zahlreichen Einbeziehungen des Zuschauerraumes. Ebenfalls gefallen nahezu sämtliche Musiktitel, seien es nun, lediglich als Beispiel genannt, die Solostücke "Ich bin ein Geist" (Marley) "Folge mir" (Engel) oder "Ein neues Leben" (Scrooge), das Abschiedsduett vom Engel und Marley oder auch "Diese Nacht soll niemals enden" in dem alle drei Hauptrollen wunderbar zusammenspielen.
An dieser Stelle noch kurz zur Geschichte des Stückes, sollte es tatsächlich noch jemanden geben der mit "A Christmas Carol" nichts anfangen kann. Das Musical basiert auf besagter Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens aus dem Jahr 1843, die bereits unzählige Male verfilmt wurde und in einer 3D-Version aus dem Hause Disney auch aktuell wieder in den Kinosälen des Landes zu sehen ist. Der geizige und verbitterte Geldverleiher Ebenezer Scrooge bekommt in der Nacht vor Weihnachten unerwarteten Besuch vom Geist seines verstorbenen Geschäftspartners Marley und einem geheimnisvollen Engel. Sie sind gekommen um den alten Griesgram in einen besseren Menschen zu verwandeln, doch zunächst zeigt sich Scrooge unbeeindruckt von ihren Bemühungen. Marley und der Engel lassen sich nicht beirren, gemeinsam begeben sie sich auf eine Reise durch die Zeit, die Scrooge allmählich die Augen öffnet. Er erkennt, welche Fehler er begangen hat, hat aber zunächst noch Angst davor sich zu öffnen und zu verändern, da er nicht weiß wie die Menschen auf diese Veränderung reagieren werden. Doch schlußendlich ergreift er diese zweite Chance, die das Leben ihm geschenkt hat, und er feiert zum ersten Mal in seinem Leben von Herzen Weihnachten.
Gerade in der anstehenden, vielleicht teilweise auch etwas besinnlichen Adventszeit ist "Vom Geist der Weihnacht" das perfekte Musical für einen unterhaltsamen Abend bzw. Nachmittag für die gesamte Familie. Um es zum Abschluß mit den Worten von Komponist Dirk Michael Steffan zu sagen, die er vor der Vorstellung an das Premierenpublikum richtetet: "Wer die Herzen der Menschen bewegt, der bewegt die Welt". (ml) |